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ähnlich wie Träume das persönliche Unbewusste des Träumers widerspiegeln, so spiegelt eine Familienaufstellung das Unbewusste eines Familiensystems.
In Gruppenseminaren sitzen die Klienten, und oft auch begleitende Therapeuten, in einem Kreis. Der Therapeut fragt den, der aufstellen will, zunächst nach seinem Anliegen. Dann wird entschieden, ob die Herkunftsfamilie, die Gegenwartsfamilie, oder ein anderes System aufgestellt wird. Daraufhin bittet der Klient Teilnehmer aus der Gruppe, stellvertretend die Rolle eines Familienmitgliedes zu übernehmen. Auf diese Weise werden Vater, Mutter, Groß- eltern, Geschwister und ein Stellvertreter für den Aufsteller (Focus) ausgewählt. Bei einem Vorgespräch hat der Therapeut ein Genogramm erstellt, und dabei geklärt, welche Personen zu dem Familiensystem gehören, so dass missliebige oder totgeschwiegene Familienmitglieder, Halbgeschwister, uneheliche Kinder, Totgeborene, Selbstmörder oder frühere Verlobte, nicht vergessen werden.
Charakterisierungen wie "mein Vater war immer sehr dominant", sind dabei relativ unwichtig. Allein schicksalsschwere Ereignisse im System sind von Belang. Zum Beispiel der Tod einer Mutter während oder kurz nach der Geburt bzw. bleibende Schäden nach der Schwangerschaft, ein tragischer Unfall, Opfer eines Verbrechens, wurde ein Kind zu Pflegeeltern gegeben oder adoptiert?
Wenn alle Familienmitglieder benannt und ausgesucht sind, nimmt der Klient in gesammeltem Zustand die einzelnen Stellvertreter am Arm und stellt sie nach seinem inneren Bild im Raum auf.
Dadurch treten die Stellvertreter untereinander in Beziehung. DerAufstellende setzt sich dann auf einen Platz, von dem er alles gut überblicken kann.Schon das äußere Bild der Familienaufstellung alleine kann in manchen Fällen Aufschlüsse geben.
Wenn alle gesammelt sind und sich dem System zur Verfügung gestellt haben, fragt der Leiter der Aufstellung die einzelnen Stellvertreter, wie sie sich körperlich und emotional fühlen, was sie wahrnehmen und was sie den anderen Familienmitgliedern gegenüber empfinden:
Obwohl es sich bei den Stellvertretern um völlig fremde Menschen handelt, ist es immer wieder verblüffend, wie detailliert diese die Beziehung untereinander und die Emotionen der einzelnen Personen wahrnehmen und wiedergeben können. Die Stellvertreter fühlen sich wie die wirklichen Familienmitglieder.
Ich erinnere mich an eine Aufstellung, bei der der Stellvertreter das Gefühl hatte er könne seinen Arm nicht mehr bewegen. Auf Befragen stellte sich heraus, dass der Mann, den er da vertrat, eine schwere Kriegsverletzung am Arm hatte. In einer solchen Stellvertreterposition kann man die unterschiedlichsten körperlichen Beschwerden wahrnehmen, die der Betreffende hatte oder hat, zum Beispiel einen chronischen Magendruck oder Herzrasen. Man spürt auch sofort wer zu wem Antipathie oder Sympathie empfindet, möglich geworden durch das so genannte " Wissende Feld".
Bei einem Seminar hatte eine Klientin einen Stellvertreter als ihren Vater aufgestellt. Diesen hatte sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen. Die Art, wie sich in der Aufstellung sein Charakter darstellte,stimmte kaum noch mit dem überein, was ihr die Mutter über ihn erzählt hatte. Kurz nach dem Seminar fasste sich die Klientin ein
Herz und besuchte ihren Vater. Sie war sehr verblüfft, dass der Vater sich exakt so verhielt wie sein Stellvertreter in derAufstellung. Es ging sogar so weit, dass der Vater nicht nur inhaltlich dasselbe sagte wie sein Stellvertreter in der Gruppe, sondern dass er sich zum Teil identischer Worte bediente!
Wenn bei einer Aufstellung jemand vergessen worden ist, zeigtsich das oft daran, dass Stellvertreter wie hypnotisiert auf eine leere Stelle schauen. Hier fehlt jemand! Sobald der Fehlende, beispielsweise ein vergessener Selbstmörder, durch einen ausgewählten Stellvertreter auf diesen vakanten Platz gestellt wird, atmen die anderen sichtbar auf.Nachdem alle Familienmitglieder bzw. Stellvertreter gesagt haben wie sie sich fühlen, verändert der Therapeut die Position einzelner Repräsentanten, bis eine Ordnung gefunden wird, bei der jeder sich wohl fühlt.
Die Suche nach der Lösung dient nicht nur dem Klienten, sondern der ganzen Familie. Der Therapeut orientiert sich dabei an der verbalen wie nonverbalen Resonanz der Aufgestellten.Wenn die Lösung gefunden ist, erkennt man das oft an einem Leuchten in den Gesichtern und einer entspannten Körperhaltung.So bleibt z.B. in einer Schlussaufstellung der von allen verachtete homosexuelle Onkel, der Selbstmord begangen hat, nicht länger mit dem Rücken zur Familie stehen, sondern erhält einen würdigen Platz, wo ihn alle deutlich sehen können.
Auf diese Weise braucht ein später geborener Junge das Schicksal dieses Onkels nicht nachzuahmen. Dieses unbewusste Aufnehmen eines Schicksals von Frühergeborenen nennt man " Verstrickung". Dann sagt z.B. ein Kind innerlich zu seinem Vater: " Bevor du deinem toten Bruder folgst, gehe ich lieber und werde sehr krank". Im Inneren wirkt die -vielleicht einigen seltsam
anmutende- Vorstellung, durch eigenes Leid oder Krankheit, das Schicksal von anderen Familienmitgliedern oder Ahnen erleichtern oder abnehmen zu können. Wenn solch ausgeschlossene Personen wieder gewürdigt werden, braucht sich keiner aus dem System mehr unbewusst mit ihm zu identifizieren, ja sie werden sogar zum Segen.
Hat der Klient sich mit einem auf diese Weise Verachteten bereits identifiziert, wechselt er meist am Schluss der Aufstellung den Platz mit seinem Stellvertreter und kann dann selbst spüren, wie er sich an diesem Platz fühlt.Je nach Situation wird der Therapeut ihn auffordern zu dem toten Onkel zu sagen: " Ich gebe dir die Ehre. Du wirst immer einen Platz in meinem Herzen haben. Bitte segne mich, auch wennich bleibe".
Manche Menschen tun sich schwer, solche Sätze nicht nur mit der Zunge, sondern auch mit dem Herzen zu sagen. Darauf zu achten und den Ernst der Situation zu wahren ist Aufgabe des Therapeuten. Wenn ein solcher Satz bei dem Empfänger nicht richtig ankommt, sagt dieser Stellvertreter das häufig auch. Und wenn der Therapeut merkt, dass der Klient das Ganze nur als Spiel auffasst, bricht er ab.
Ohne den nötigen Ernst und Respekt aller Beteiligten muss die Aufstellung beendet werden, denn bei dieser Arbeit geht es nicht nur um Gesundheit und Krankheit, sondern oft buchstäblich um Leben und Tod, wie z.B. bei Krebskranken. Trotzdem- oder gerade deswegen, wird in den Seminaren sehr viel gelacht und auch geweint. Der tiefe Ernst und die oft unerträgliche Spannung müssen sich von Zeit zu Zeit entladen. Es ist fast wie in den Dramen von Shakespeare, in denen das Ernste und Schwere plötzlich durch etwas Heiteres abgelöst wird. Wenn in der Aufstellung die Lösung
gelingt, wird sie jenseits oller therapeutischen Einflussnahmen als Geschenk erlebt.
Der Therapeut „ verhilft" dabei nur der verborgenen Liebe ans Licht.
So erleben wir nicht selten, dass jemand meint kein Recht auf eigenes Glück oder gar sein eben zu haben, weil ein Geschwisterkind früh gestorben ist(Krankheit, Unfall, Abtreibung).Die Verbundenheit zu ihm kann so groß sein, dass er in einer unerklärlichen Trauer oder Todessehnsucht lebt. Aus der Tiefe der Seele wirkt der Satz: " Ich möchte dir nachfolgen, sogar in den Tod. So groß ist meine Liebe zu dir."
Die Veränderung der Familienaufstellung zur Lösung hin hat erstaunlich heilende Wirkungen auf die Beteiligten. Die Aussöhnung mit den Eltern ermöglicht ein Leben in Freiheit und Frieden in sich selbst.
Eine tief greifende Neuorientierung kann beginnen und helfen, die Probleme zu lösen und Symptome aufzugeben. Auch die Teilnahme am Seminar als Stellvertreter ohne selbst aufzustellen, kann lösende Wirkung haben.
Bei der Einzelsitzung in der Praxis ist das Familienstellen ebenfalls möglich. Hier werden dann anstatt Personen, als Repräsentanten Figuren, Zettel, Bodenanker, aber auch Stühle oder Schuhe eingesetzt. Aus dem sich ergebenden Bild wird dann deutlich, wer welchen Platz hat, Dynamiken und Verstrickungen sind plötzlich sichtbar und Lösungen werden möglich.
Familienstellen als Lösungsmöglichkeit und Denkanstoß in festgefahrenen Situationen. Bei
• Beziehungskrisen
• Partnerschaftsproblemen
• Trennung, Scheidung, Absicht sich zu trennen
• Erkrankungen,Psychosomatischen Erkrankungen
• Allergien
• Schlafstörungen
• Essstörungen ( Magersucht, Bulimie etc.)
• Sucht, Abhängigkeiten
• Ängsten
• Unerfülltem Kinderwunsch
• Familiengründung
• Mobbing
• Konflikten am Arbeitsplatz
• Karriereknicks
• Entscheidungsschwierigkeiten
• Seelischem Unwohlsein
• Psychischen Leiden
• Zielsuche
Sollten Sie noch Fragen, Zweifel oder Vorbehalte bezüglich des Familienstellens haben, sprechen Sie mich an.
Ich stehe Ihnen gern mit weiteren Auskünften zur Verfügung.
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